
Berühmte Hunde in Film & Fernsehen: Die Stars, ihre Rassen & die Realität
Hand aufs Herz: Wer hat als Kind nicht davon geträumt, dass der eigene Hund so schlau ist wie Lassie oder so mutig wie Kommissar Rex? Filmhunde prägen unser Bild vom „perfekten Begleiter“. Sie öffnen Türen, retten Kinder aus Brunnen und verstehen scheinbar fließend Deutsch.
Als Hundetrainerin blicke ich mit zwei Augen auf diese Filme: Mit dem einen bewundere ich die fantastische Arbeit meiner Trainer-Kollegen. Mit dem anderen sehe ich die Gefahr, dass Zuschauer falsche Erwartungen entwickeln.
📌 Fakten-Check: Filmhunde
- Doubles: Für die Rolle der „Lassie“ kamen über die Jahre dutzende Collies zum Einsatz (meist Rüden, wegen des volleren Fells).
- Training: Eine einfache Szene (z.B. „Hund holt Zeitung“) erfordert oft Wochen an positivem Training.
- CGI: In modernen Filmen (z.B. „Ruf der Wildnis“) kommen oft computeranimierte Hunde zum Einsatz, um Tierschutzauflagen zu erfüllen.
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Die unsterblichen Klassiker (Lassie & Co.)
Diese Hunde haben Geschichte geschrieben und ganze Generationen geprägt.
1. Lassie (Langhaarcollie)
Lassie ist wohl der berühmteste Hund der Welt. Der Ur-Lassie hieß eigentlich „Pal“.
Die Realität: Collies sind tatsächlich sehr sensibel und intelligent (siehe Hütehunde-Vergleich ). Aber: Sie bellen gerne und benötigen viel Fellpflege. Sie retten nicht automatisch Menschen aus brennenden Häusern – das war Drehbuch.
2. Toto aus „Der Zauberer von Oz“ (Cairn Terrier)
Die kleine Hündin „Terry“ verdiente in den 1930ern mehr Geld als viele menschliche Schauspieler. Cairn Terrier sind robust und mutig, aber als Terrier auch stur und jagdlich motiviert.
Action-Helden: Rex, John Wick & Hachiko
Kommissar Rex (Deutscher Schäferhund)
Er brachte den Deutschen Schäferhund vom Image des „scharfen Polizeihundes“ zum „Wurstsemmel-Dieb“. Die Darsteller (Reginald von Ravenhorst u.a.) waren top ausgebildet.
Achtung: Ein Schäferhund braucht echte Arbeit, sonst sucht er sich eine (z.B. den Postboten stellen).
Hachiko (Akita Inu)
Der Film über den treuen Akita rührte Millionen zu Tränen.
Die Warnung: Akitas sind keine „Will-to-please“-Hunde wie Retriever. Sie sind extrem eigenständig, oft unverträglich mit Artgenossen und schwer zu erziehen. Der Film zeigt die Loyalität, verschweigt aber die Sturheit.

Die Clowns: Von „Die Maske“ bis „Beethoven“
Milo aus „Die Maske“ (Jack Russell Terrier)
Der Hund „Max“ zeigte, was in einem Jack Russell steckt: Sprungkraft, Intelligenz und Witz.
Die Kehrseite: Nach dem Film wurden tausende Jack Russells gekauft und im Tierheim abgegeben, weil die Besitzer mit dem Jagdtrieb und der Energie („Hyperaktivität“) nicht klarkamen.
Beethoven (Bernhardiner)
Der sanfte Riese, der alles vollsabbert. Das kommt der Realität recht nahe. Bernhardiner sind gemütlich, aber man darf die Kraft (und die Sabber-Mengen!) eines 80kg-Hundes nicht unterschätzen.
Der „Game of Thrones“-Effekt (Eine Warnung)
Die „Schattenwölfe“ (Direwolves) lösten einen weltweiten Hype um Huskys und Malamutes aus. Die Tierheime füllten sich kurz darauf mit diesen Rassen.
Warum? Nordische Hunde sind keine Sofawölfe. Sie wollen laufen (Zughundesport), jagen Kleintiere und können oft nicht alleine bleiben. Ein Husky in einer Stadtwohnung ohne Auslastung wird schnell zum Problemfall.
🐾 Aus meiner Praxis: Filmtrick vs. Alltag
Teilnehmer fragen mich oft: „Wie bringe ich meinem Hund bei, dass er wie im Film ’schäm dich‘ macht?“ Ich erkläre dann: Das ist kein Zeichen von Reue! Wir kleben dem Hund im Training ein Stückchen Tesa auf die Nase. Er versucht, es wegzuwischen (Pfote über Nase) – wir klickern und belohnen. Es ist ein Trick, keine Emotion. Filmhunde „verstehen“ das Drehbuch nicht, sie arbeiten für Belohnung. Wenn Sie Ihrem Hund Sitz beibringen, ist das dieselbe Lernbasis wie in Hollywood!

Häufige Fragen (FAQ)
Welche Hunderasse ist „Lassie“?
Lassie ist ein Langhaarcollie (Rough Collie). Die Rasse gilt als intelligent und familienfreundlich, benötigt aber viel Fellpflege und geistige Beschäftigung.
Was für ein Hund ist „Bootsmann“ aus Ferien auf Saltkrokan?
Bootsmann war ein Bernhardiner. In der Serie wirkte er extrem träge und gutmütig, was dem Rassebild des modernen Bernhardiners oft entspricht.
Werden Filmhunde gut behandelt?
In modernen Produktionen (besonders in den USA und Europa) gelten strenge Tierschutzregeln („No animals were harmed“). Trainer arbeiten heute fast ausschließlich mit positiver Verstärkung, da man Angst im Gesicht des Hundes auf der Leinwand sehen würde.
Quellenhinweis: Informationen zu Rasse-Standards und Filmhistorie basieren auf Daten der FCI und Dokumentationen über Tiertraining in der Filmindustrie (z.B. American Humane Association).



