Wie oft Welpen füttern

Welpen wie oft füttern? Die Tabelle nach Alter (Wochen und Monate)

⚠️ Wichtiger Hinweis: Besonders bei sehr kleinen Rassen (Chihuahua, Yorkshire Terrier) ist regelmäßiges Füttern lebenswichtig, um Unterzuckerung (Hypoglykämie) zu vermeiden. Lassen Sie bei Zwergrassen niemals Mahlzeiten ausfallen.

Hallo, ich bin Sabine Reincke. Wenn man in diese bettelnden Welpenaugen schaut, möchte man am liebsten den ganzen Tag Futter verteilen. Aber Vorsicht: Der Magen eines Welpen ist winzig, sein Energiebedarf aber riesig.

Es ist ein Balanceakt. Geben Sie zu viel auf einmal, riskieren Sie Verdauungsprobleme oder (bei großen Rassen) gefährliche Aufgasungen. Geben Sie zu wenig oder zu selten, fehlt der „Treibstoff“ für das Wachstum. In diesem Artikel gebe ich Ihnen einen festen Fahrplan an die Hand – inklusive einer Tabelle, wann Sie die Anzahl der Mahlzeiten reduzieren können.

⚡ Das Wichtigste in Kürze

  • Die Faustregel: Bis zum 4. Monat sollten Welpen 3-4 mal täglich gefressen, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.
  • Routine hilft: Feste Fütterungszeiten helfen enorm bei der Stubenreinheit (Verdauung wird berechenbar).
  • Ruhe danach: Nach dem Fressen muss der Welpe ruhen. Toben mit vollem Magen ist gefährlich (Magendrehung).
  • Kontext: Was genau in den Napf gehört, lesen Sie im Artikel Welpen-Ernährung und in unserem großen Welpen-Guide.
Inhaltsverzeichnis (Hier klicken zum Ausklappen)
Ein kleiner Labrador-Welpe sitzt erwartungsvoll vor drei kleinen, gefüllten Futternäpfen, die im Halbkreis angeordnet sind
Kleine Portionen, großer Effekt: Mehrere Mahlzeiten entlasten den empfindlichen Magen.

🐾 Aus meiner Praxis

Ein häufiger Fehler, den ich sehe: Der Welpe frisst seine Morgenportion nicht auf, also lässt der Besitzer den Napf stehen. Bitte tun Sie das nicht! Wenn der Napf immer voll ist, verlieren Sie zwei Dinge: 1. Den Überblick, wie viel er frisst (Krankheitsanzeichen werden übersehen). 2. Die Erziehbarkeit. Futter sollte eine Ressource sein, die Sie verwalten. Wenn der Welpe nach 15 Minuten nicht gefressen hat: Napf wegstellen. Zur nächsten Mahlzeit gibt es wieder was. Kein gesunder Welpe verhungert freiwillig.

1. Tabelle: Wie oft am Tag füttern?

Die Frequenz hängt stark vom Alter ab. Je jünger der Hund, desto kleiner der Magen und desto höher der Stoffwechsel.

Alter des WelpenAnzahl MahlzeitenEmpfehlung
8 bis 16 Wochen3 bis 4 malPflicht für alle Rassen. Konstante Energiezufuhr nötig.
4 bis 6 Monate3 malMittagssnack wird langsam reduziert.
Ab 6. Monat2 malMorgens und abends (Standard für erwachsene Hunde).

👉 Sonderfall Riesenrassen (Doggen, Neufundländer): Hier bleiben wir oft bis zum 12. Monat bei 3 Mahlzeiten, um den Magen nicht zu sehr zu überdehnen (Risiko Magendrehung).

2. Die besten Uhrzeiten (Beispiel-Plan)

Hunde lieben Routine. Ihr Körper stellt sich auf die Zeiten ein – das hilft Ihnen, die Verdauung vorherzusagen.

  • 07:00 Uhr: Frühstück (Nach dem ersten Lösen im Garten).
  • 12:30 Uhr: Mittagessen.
  • 18:00 Uhr: Abendessen.
  • (Optional bei 8 Wochen: 22:00 Uhr ein kleiner Snack, damit er nachts nicht vor Hunger erbricht).

Wichtig: Füttern Sie die letzte große Mahlzeit nicht zu spät, damit der Hund nachts nicht „groß“ muss. 17-18 Uhr ist ideal.

3. Wann stelle ich auf 2 Mahlzeiten um?

Die Umstellung erfolgt meist parallel zum Zahnwechsel (ca. 5.-6. Monat). Sie merken es daran, dass der Welpe mittags mäkeliger wird oder sein Futter nicht mehr ganz auffrisst.

So geht’s:

  1. Reduzieren Sie die Mittagsportion schrittweise über 1 Woche.
  2. Verteilen Sie die „eingesparte“ Menge auf Morgens und Abends.
  3. Lassen Sie den Mittagssnack schließlich ganz weg.

4. Warum „All you can eat“ gefährlich ist

Manche Züchter praktizieren „Ad libitum“ (Futter steht immer bereit). Ich rate davon ab.

  • Verlust der Stubenreinheit: Wenn Sie nicht wissen, wann oben etwas reinkommt, wissen Sie nicht, wann unten etwas rauskommt.
  • Übergewicht: Welpen haben oft kein Sättigungsgefühl (besonders Labradore & Beagle). Zu schnelles Wachstum durch zu viel Energie schadet den Gelenken massiv.
  • Erziehung: Wer aus der Hand füttert (z.B. Trockenfutter beim Training), stärkt die Bindung. Ein voller Napf ist „gratis“ und langweilig.
Zeitstrahl-Grafik: Fressen -> 2 Stunden Ruhe (Magen arbeitet) -> Lösen (Gassi) -> Aktivität -> Schlafen
Der heilige Rhythmus: Nach dem Fressen ist vor dem Schlafen.

Häufige Fragen zur Fütterungs-Häufigkeit

Muss ich nachts füttern?

Nein. Ein 8 Wochen alter Welpe sollte die Nacht (ca. 6-7 Stunden) ohne Futter durchhalten. Füttern Sie spät abends (22 Uhr) nur eine winzige Menge, falls er morgens „Galle bricht“ (Nüchternerbrechen).

Darf ich vor dem Spaziergang füttern?

Nein, bitte immer danach! Toben mit vollem Magen erhöht das Risiko einer Magendrehung drastisch. Der Ablauf ist: Schlafen -> Rausgehen (Lösen) -> Spielen/Training -> Fressen -> Schlafen.

Mein Welpe bettelt ständig. Soll ich nachgeben?

Nein. Betteln ist oft Langeweile oder erlerntes Verhalten („Wenn ich gucke, gibt es was“). Bleiben Sie bei den festen Zeiten. Prüfen Sie aber die Gesamtkalorienmenge im Wachstumsrechner.

Quellenhinweis: Fütterungsempfehlungen und Wachstumskurven basieren auf Daten der Ludwig-Maximilians-Universität München (Lehrstuhl für Tierernährung).

Sabine Reincke
Sabine Reincke

Sabine ist das Herz und der Kopf hinter Hundeuniversum. Als Einsatzsanitäterin und langjährige Ausbilderin in einer Rettungshundestaffel (DRK) verbindet sie medizinisches Fachwissen mit echter Praxiserfahrung. Ihr Ziel: Hundebesitzern faktenbasiertes Wissen und Sicherheit zu geben – ohne Mythen, dafür mit viel Herz und Verstand.

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