Dürfen Hunde Madarinen essen?

Dürfen Hunde Mandarinen essen? Ja, aber Vorsicht bei der Säure!

⚠️ Warnung vor Sodbrennen: Mandarinen enthalten viel Fruchtsäure. Wenn Ihr Hund zu Übersäuerung, Grasfressen oder Nüchternerbrechen neigt, sind Zitrusfrüchte tabu! Sie können eine schmerzhafte Gastritis auslösen.

In der Weihnachtszeit gehört der Duft von Mandarinen einfach dazu. Und wenn wir naschen, steht der Hund meist parat. Aber dürfen wir dem bettelnden Blick nachgeben?

Als Ernährungsberaterin sage ich: Ja, in Maßen ist es erlaubt. Aber als Sanitäterin füge ich hinzu: Es ist nicht für jeden Hund eine gute Idee. Hunde brauchen – anders als wir Menschen – kein Vitamin C aus Früchten, da ihre Leber es selbst produziert. Die Mandarine ist also reiner „Genuss“, der bei empfindlichen Mägen schnell nach hinten losgehen kann.

📌 Das Wichtigste in Kürze (Fakten-Check)

  • Erlaubt? Ja, das Fruchtfleisch ist ungiftig.
  • Die Gefahr: Die Fruchtsäure kann den Magen reizen (Erbrechen/Sodbrennen).
  • Tabu: Schale (ätherische Öle & Pestizide) und Kerne müssen entfernt werden.
  • Menge: Für kleine Hunde max. 1 Spalte, für große Hunde 2-3 Spalten. Nicht täglich!

Dieser Artikel ist Teil unserer großen Ernährungs-Serie. Den kompletten Überblick finden Sie hier: Was dürfen Hunde essen? (Große Tabelle).

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Ist die Mandarine gesund für Hunde?

Sie enthält Kalium, Kalzium und Vitamin A. Das ist gut, aber: Ein hochwertiges Hundefutter deckt diesen Bedarf bereits komplett ab.

Der Nutzen: Der hohe Wassergehalt kann erfrischend sein, und die Pektine (Ballaststoffe) tun dem Darm gut.

Säure & Zucker: Wer verzichten sollte

Zitrusfrüchte sind aggressiv zur Schleimhaut.

Symptome einer Unverträglichkeit:

1. Der Hund schmatzt viel oder leckt sich die Lippen (Übelkeit).

2. Er frisst vermehrt Gras (siehe Hund frisst Gras: Magenreinigung?).

3. Er erbricht gelben Schleim oder bekommt weichen Kot.

Hunde mit bekannten Magenproblemen, Niereninsuffizienz oder Diabetes sollten wegen der Säure und des Fruchtzuckers keine Mandarinen bekommen.

Grafik: Mandarine geschält (Grüner Haken). Mandarine mit Schale (Rotes Kreuz). Text: 'Nur reifes Fruchtfleisch füttern'.
Die weißen Häutchen sind unbedenklich, aber die Schale muss restlos weg.

Clementine oder Mandarine? (Zubereitungstipps)

Clementinen sind oft kernlos (eine Züchtung aus Mandarine und Pomeranze). Das macht sie für Hunde sicherer, da Kerne Blausäure enthalten können (ähnlich wie bei Äpfeln).

So füttern Sie sicher:

  1. Schälen Sie die Frucht gründlich (auch Reste der weißen Schale entfernen, da bitter).
  2. Entfernen Sie alle Kerne.
  3. Probieren Sie selbst: Ist sie sehr sauer? Dann geben Sie sie dem Hund nicht. Nur süße, reife Früchte sind geeignet.

🐾 Aus meiner Praxis: Der „saure“ Magen

Ich hatte eine Kundin, deren Hund jeden Morgen gelb erbrach. Wir suchten lange nach der Ursache. Es stellte sich heraus: Sie teilte jeden Abend ihre Mandarine auf dem Sofa mit dem Hund. Die Fruchtsäure führte nachts zu einer Übersäuerung des leeren Magens. Wir strichen die Mandarine und gaben stattdessen abends ein Stückchen Käse. Das Erbrechen hörte sofort auf.


Häufige Fragen (FAQ)

Dürfen Hunde Orangenschalen essen?

Nein! Die Schalen von Zitrusfrüchten enthalten ätherische Öle, die die Schleimhäute stark reizen. Zudem sind sie meist mit Fungiziden belastet.

Was tun, wenn der Hund eine Mandarine mit Schale gefressen hat?

Beobachten Sie ihn. Bei Erbrechen, Durchfall oder starkem Speicheln sollten Sie den Tierarzt kontaktieren. Meist führt es „nur“ zu einer Magenverstimmung.

Dürfen Hunde Zitrone essen?

Nein. Zitronen sind viel zu sauer. Die Säure greift den Magen an und der Geschmack ist für Hunde extrem unangenehm (Aversion).

Quellenhinweis: Die ernährungsphysiologischen Daten zu Zitrusfrüchten basieren auf dem Bundeslebensmittelschlüssel. Warnhinweise zur Säureverträglichkeit entsprechen veterinärmedizinischen Erfahrungen.

Sabine Reincke
Sabine Reincke

Sabine ist das Herz und der Kopf hinter Hundeuniversum. Als Einsatzsanitäterin und langjährige Ausbilderin in einer Rettungshundestaffel (DRK) verbindet sie medizinisches Fachwissen mit echter Praxiserfahrung. Ihr Ziel: Hundebesitzern faktenbasiertes Wissen und Sicherheit zu geben – ohne Mythen, dafür mit viel Herz und Verstand.

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